Architektur als gesellschaftliches Gedächtnis

In meiner künstlerischen Praxis untersuche ich Architektur und gebaute Umwelt als Träger gesellschaftlicher Gedächtnisprozesse. Im Fokus steht die Frage, wie politische, soziale und ökonomische Transformationen sich in räumliche Strukturen einschreiben und als Ordnungsgefüge fortwirken. Architektur und Landschaft begreife ich dabei als materielle Archive, in denen sich historische Brüche, soziale Dynamiken und politische Veränderungen sedimentieren.

Methodisch basieren meine Arbeiten auf konzeptuellen Langzeituntersuchungen, die Wiederholung und Vergleich systematisch miteinander verschränken. Die fotografische Erfassung identischer Orte über längere Zeiträume hinweg macht Prozesse von Wandel, Persistenz und Erosion nachvollziehbar. Menschenleere, überwiegend schwarzweiße Aufnahmen richten den Blick auf strukturelle, typologische und zeitliche Dimensionen der gebauten Umwelt. Die serielle Anordnung fungiert dabei als analytisches Instrument, das räumliche Schichtungen und graduelle Transformationsprozesse sichtbar macht.

Fotografie verstehe ich als epistemisches Instrument praxisbasierter Forschung. In Anlehnung an Ansätze der visuellen Archäologie zielt meine Arbeit darauf ab, architektonische Spuren und räumliche Kontinuitäten freizulegen und in ihrer historischen Bedingtheit lesbar zu machen. Berlin und Brandenburg bilden hierbei einen zentralen Untersuchungsraum, in dem sich die Überlagerung von Vergangenheit und Gegenwart in besonderer Dichte manifestiert.